Pre-Roll
Ein Pre-Roll ist eine Videoanzeige, die vor dem eigentlichen YouTube-Video läuft. Das Format gehört zu den In-Stream Ads und eignet sich besonders für Markenbekanntheit und Reichweite.

Was ist ein Pre-Roll genau?
Ein Pre-Roll (auch „Pre Roll“ geschrieben) ist eine Videoanzeige, die direkt vor dem eigentlichen YouTube-Video abgespielt wird. Der Begriff kommt aus dem Englischen: Die Werbung läuft, bevor der gewünschte Inhalt startet – also vor dem „Abrollen“ des Videos. Für Unternehmen ist die Position attraktiv, weil die Aufmerksamkeit der Zuschauer in diesem Moment besonders hoch ist: Sie haben gerade aktiv auf ein Video geklickt und schauen hin. Gebucht wird das Format über Google Ads, die Werbeplattform von Google.
Der Begriff beschreibt keine eigene Anzeigenart, sondern die Position einer Anzeige: vor dem Video. Technisch gehört das Format zu den In-Stream Ads, also zu Anzeigen, die im Videoplayer selbst laufen. Zur Einordnung: Läuft die Werbung vor dem Video, spricht man von der Vorab-Position, mitten im Video von einem Mid-Roll und nach dem Video von einem Post-Roll. Die Position vor dem Video ist die häufigste und bekannteste Variante, weil sie praktisch jeder Zuschauer regelmäßig zu sehen bekommt.
Es gibt zwei Hauptvarianten. Überspringbare Anzeigen kannst du als Zuschauer nach 5 Sekunden wegklicken – dafür erscheint der bekannte Button „Überspringen“. Nicht überspringbare Anzeigen laufen dagegen komplett durch und dauern meist zwischen 15 und 20 Sekunden. Eine Sonderform sind Bumper Ads: nicht überspringbare Kurzspots mit maximal 6 Sekunden Länge. Ein Beispiel: Du klickst auf ein Tutorial zum Thema Buchhaltung. Bevor es startet, siehst du den Spot eines Software-Anbieters. Nach 5 Sekunden kannst du überspringen – oder du schaust weiter, weil dich das Angebot interessiert. Genau hier liegt der Vorteil für Werbetreibende: Bei überspringbaren Anzeigen zahlen sie in der Regel nur, wenn Zuschauer mindestens 30 Sekunden ansehen (oder den ganzen Spot, wenn er kürzer ist) oder mit der Anzeige interagieren. Nicht überspringbare Varianten werden nach CPM abgerechnet, also nach einem Preis pro 1.000 Einblendungen.
Warum Werbung vor dem Video für Unternehmen funktioniert
Der größte Vorteil: Du erreichst Menschen genau in dem Moment, in dem sie ohnehin ein Video ansehen wollen. Die Hürde, einen kurzen Spot wahrzunehmen, ist minimal – anders als bei einem Banner, das viele Nutzer einfach übersehen. Dazu kommt präzises Targeting, also die gezielte Auswahl der Zielgruppe: Du kannst deine Anzeige nach Interessen, Suchverhalten und demografischen Merkmalen ausspielen – oder gezielt vor Videos bestimmter Kanäle und Themen platzieren. So sieht den Spot nicht irgendwer, sondern genau die Menschen, die zu deinem Angebot passen. Verglichen mit einem klassischen TV-Spot bekommst du damit ähnliche Aufmerksamkeit, aber deutlich weniger Streuverlust.
Selbst wenn Zuschauer nach 5 Sekunden überspringen, hast du etwas erreicht: Logo, Markenname und Kernbotschaft wurden gesehen – bei überspringbaren Anzeigen oft, ohne dass dafür Kosten entstehen. Deshalb gilt die Anzeigenposition vor dem Video als starkes Instrument für Markenbekanntheit. Gleichzeitig bleibt alles messbar: Aufrufe, Wiedergabedauer, Klicks und Conversions – also Handlungen wie Käufe oder Anfragen – siehst du direkt in Google Ads und kannst deine Kampagne laufend anpassen, statt wochenlang auf einen Ergebnisbericht zu warten.
Pre-Roll-Werbung in der Praxis
Damit dein Spot vor fremden Videos überzeugt, kommt es vor allem auf die ersten Sekunden an. Zuschauer entscheiden sehr schnell, ob sie weiterschauen oder überspringen – dein Spot muss deshalb sofort klarmachen, worum es geht und für wen das Angebot gedacht ist. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Botschaft nach vorn: Zeige Marke, Produkt und Kernaussage in den ersten 5 Sekunden – bevor der Überspringen-Button erscheint.
- Auch ohne Ton verständlich: Viele Menschen schauen mobil und stumm. Nutze Text-Einblendungen und Untertitel, damit die Botschaft trotzdem ankommt.
- Ein klarer Call-to-Action: Sage konkret, was Zuschauer tun sollen – etwa „Jetzt kostenlos testen“ oder „Mehr erfahren“.
- Zielgruppe eingrenzen: Lieber eine kleine, passende Zielgruppe erreichen als mit breiter Streuung Budget verschenken.
- Varianten testen: Produziere mehrere Längen und Aufhänger und vergleiche in Google Ads, welche Version besser abschneidet.
- Frequenz begrenzen: Stelle ein sogenanntes Frequency Cap ein, damit dieselbe Person deine Anzeige nicht zu oft sieht und genervt reagiert.
Feste Preisgarantien gibt es nicht: Die Ausspielung läuft über eine Auktion, und die Kosten hängen von Zielgruppe, Branche und Wettbewerb ab. Starte deshalb mit einem überschaubaren Testbudget und optimiere anhand der Zahlen.
Die Anzeigenposition vor dem Video gehört zu den wichtigsten Bausteinen im YouTube-Marketing: hohe Aufmerksamkeit, faire Abrechnung, präzises Targeting. Für den Einstieg reicht ein kurzer, klar aufgebauter Spot und ein sauber eingegrenztes Publikum. Wenn du tiefer einsteigen willst, sieh dir auch die Begriffe Mid-Roll und In-Stream Ads an – sie zeigen, an welchen Stellen im Player Anzeigen sonst noch erscheinen können.
Überspringbare Anzeigen haben keine strenge Obergrenze, sollten aber möglichst kompakt bleiben, weil viele Zuschauer früh überspringen. Nicht überspringbare Spots dauern meist zwischen 15 und 20 Sekunden, Bumper Ads maximal 6 Sekunden. Als Faustregel gilt: Je kürzer und klarer die Botschaft, desto besser funktioniert sie – vor allem bei Zuschauern, die dein Unternehmen noch nicht kennen.
Es gibt keine festen Preise. Die Ausspielung wird über eine Auktion vergeben, bei der du Budget und Gebote selbst festlegst. Die tatsächlichen Kosten schwanken je nach Zielgruppe, Branche und Saison. Bei überspringbaren Anzeigen zahlst du oft nur für tatsächlich angesehene Aufrufe – das macht den Einstieg auch mit kleinem Budget planbar.
Ja, wenn du am YouTube-Partnerprogramm teilnimmst, aktivierst du die Monetarisierung pro Video im YouTube Studio. Voraussetzung sind 1.000 Abonnenten plus 4.000 Stunden öffentliche Wiedergabezeit innerhalb von 12 Monaten – oder 10 Millionen öffentliche Shorts-Aufrufe in 90 Tagen. Welche Anzeige konkret vor deinem Video läuft, entscheidet allerdings das System automatisch auf Basis von Zielgruppe und Auktion.

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