Haul
Ein Haul ist ein Video, in dem eine Person ihre Einkäufe präsentiert und bewertet, oft aus Mode oder Beauty.

Was bedeutet Haul auf YouTube?
Ein Haul ist ein Videoformat, in dem eine Person ihre jüngsten Einkäufe vor der Kamera präsentiert, zeigt und bewertet. Der Begriff kommt vom englischen to haul, also herbeischleppen oder ziehen; gemeint ist die volle Einkaufstüte, die ins Video geschleppt wird. Solche Videos sind vor allem in Mode, Beauty und Lifestyle beliebt und zeigen, was jemand gekauft hat, was es kostet und wie es im Alltag ankommt. Für Marken sind sie eine wichtige Bühne, weil Kaufempfehlungen hier besonders persönlich wirken. Auf YouTube existiert das Genre seit weit über einem Jahrzehnt und hat ganze Creator-Karrieren begründet.
Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff so viel wie Beute, Fang oder Ausbeute. Auf YouTube hat sich der Begriff für Videos eingebürgert, in denen Creator ihre Shopping-Ausbeute Stück für Stück vorstellen: Sie packen die Einkäufe aus, zeigen jedes Teil in die Kamera, nennen Details wie Passform, Material oder Preis und geben eine ehrliche Einschätzung dazu ab. Der Ton ist dabei bewusst persönlich, als würde eine Freundin ihre Einkäufe zeigen.
Ein Beispiel: Eine Creatorin bestellt bei einem Onlineshop ein Paket mit zehn Kleidungsstücken. Im Video zeigt sie jedes Teil einzeln, probiert es an und erklärt, was sie behält und was zurückgeht, inklusive der Gründe. Die Zuschauer bekommen so einen realistischen Eindruck von Qualität, Passform und Farben, den Produktfotos allein nicht liefern können. Viele nutzen solche Videos gezielt als Entscheidungshilfe vor der eigenen Bestellung.
Varianten gibt es viele: Fashion- und Try-on-Formate mit Anprobe, Beauty- und Drogerie-Ausbeuten, Deko- und Möbelkäufe, Supermarkt-Einkäufe oder saisonale Videos rund um Schulstart und Weihnachten. Der Unterschied zum Unboxing: Beim Haul stehen mehrere, meist selbst gekaufte Produkte und die persönliche Auswahl im Mittelpunkt, beim Unboxing das detaillierte Auspacken eines einzelnen Produkts samt Verpackung und Zubehör.
Warum das Format für Marken wichtig ist
Shopping-Videos dieser Art sind digitale Schaufensterbummel. Zuschauer schauen sie, um Inspiration zu finden, Trends zu entdecken und Fehlkäufe zu vermeiden. Taucht dein Produkt in einem glaubwürdigen Video dieser Art auf, wirkt das wie eine Empfehlung aus dem Freundeskreis, also deutlich persönlicher als jede klassische Anzeige. Genau diese Nähe macht das Genre für Marken so wertvoll. Studien brauchst du dafür nicht: Ein Blick in die Kommentarspalten solcher Videos zeigt, wie oft Zuschauer nach Links, Größen und ehrlichen Erfahrungen fragen.
Dazu kommt die Kaufnähe: Wer sich solche Videos zu einer Marke ansieht, steht oft kurz vor einer eigenen Bestellung. Viele Creator verlinken die gezeigten Produkte in der Videobeschreibung, häufig über Affiliate-Links, also Partnerlinks, bei denen der Creator eine Provision pro Verkauf erhält. Für dich als Unternehmen heißt das: Die Wirkung eines einzelnen Videos lässt sich bis zum Kauf nachvollziehen und gezielt fördern.
Wichtig ist zugleich der kritische Blick: Das Format steht wegen seiner Nähe zu Massenkonsum und Fast Fashion immer wieder in der Diskussion. Prüfe deshalb, ob es zu deiner Marke und deinen Werten passt. Ein Nachhaltigkeits-Label wirkt mit bewussten, kleinen Einkäufen glaubwürdiger als mit riesigen Bestellbergen vor der Kamera.
Haul-Videos in der Praxis
Ob du als Unternehmen mit Creatorn zusammenarbeitest oder das Format für den eigenen Kanal adaptierst: Mit den folgenden Punkten holst du mehr aus jedem Video heraus und vermeidest die typischen Anfängerfehler.
- Gib dem Video eine klare Struktur: ein Produkt nach dem anderen, am Ende ein kurzes Fazit mit Favoriten, Fehlgriffen und einer ehrlichen Gesamtbewertung.
- Zeige Produkte im Einsatz, etwa bei der Anprobe oder beim Ausprobieren. Bewegtbild am echten Menschen überzeugt mehr als jedes retuschierte Produktfoto im Shop.
- Bleib ehrlich und erwähne auch, was zurückgeht und warum. Gerade die kritischen Momente machen das Video glaubwürdig und halten die Zuschauer bis zum Ende.
- Verlinke alle gezeigten Produkte übersichtlich in der Videobeschreibung und ergänze Zeitmarken, damit Zuschauer direkt zu den Teilen springen können, die sie interessieren.
- Kennzeichne das Video als Werbung, wenn Produkte gestellt wurden, eine Kooperation besteht oder Affiliate-Links im Spiel sind. Das schützt dich und den Creator vor Ärger und schadet der Glaubwürdigkeit nicht.
- Suche dir als Marke Creator aus, deren Stil, Preisniveau und Publikum wirklich zu deinen Produkten passen. Erzwungene Platzierungen fallen der Community sofort auf.
Denke außerdem an die Zweitverwertung: Aus einem langen Video lassen sich mehrere kurze Hochkant-Clips im Format 9:16 schneiden und als YouTube Shorts veröffentlichen, zum Beispiel die Anprobe eines einzelnen Lieblingsteils. So erreichst du Zuschauer, die keine langen Videos schauen, und führst sie Schritt für Schritt an deinen Kanal heran. Miss anschließend in YouTube Analytics, welche Produkte die meisten Reaktionen und Kommentare auslösen, denn daraus lernst du viel über dein Sortiment und deine Zielgruppe.
Hauls gehören zu den Formaten, die Kaufentscheidungen am direktesten beeinflussen. Deshalb lohnt es sich, das Genre zu kennen, selbst wenn du es nie selbst produzierst, denn deine Produkte können jederzeit darin auftauchen. Sieh dir ergänzend die verwandten Begriffe Unboxing und Affiliate-Marketing an, die im Umfeld von Shopping-Videos immer wieder eine Rolle spielen.
Wörtlich bedeutet das Wort Beute, Fang oder Ausbeute; das zugrunde liegende englische Verb heißt ziehen oder schleppen. Gemeint ist das Bild der vollen Einkaufstüten, die nach dem Shopping nach Hause geschleppt werden. Eine deutsche Entsprechung wie Einkaufsvideo hat sich nie durchgesetzt; auch im deutschsprachigen Raum verwenden Creator und Zuschauer den englischen Begriff. Du hörst ihn längst auch außerhalb von YouTube, etwa auf anderen Video- und Social-Media-Plattformen, wo kurze Shopping-Clips unter demselben Namen laufen.
Kauft eine Person alle Produkte selbst und erhält weder Geld noch Gratisprodukte, handelt es sich grundsätzlich um persönliche Meinung. Sobald Produkte gestellt werden, eine Bezahlung fließt oder Affiliate-Links gesetzt sind, muss das Video in der Regel als Werbung gekennzeichnet werden. Wie streng die Regeln im Einzelfall auszulegen sind, hängt von vielen Details ab. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung.
Ein Haul zeigt mehrere gekaufte Produkte und die persönliche Auswahl dahinter, oft mit Anprobe, Preisangaben und Bewertung. Ein Unboxing konzentriert sich dagegen auf das Auspacken eines einzelnen, meist neuen Produkts samt Verpackung und Zubehör. Beide Formate überschneiden sich, bedienen aber unterschiedliche Momente: das Stöbern und Vergleichen auf der einen Seite, die konkrete Produktneugier auf der anderen.

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